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Farbberatung – Der Impact von Farben auf Softskills – Generation Z

Zwei ambitionierte Vertreterinnen der Geration Z haben in ihrer Berufsmaturität im Rahmen einer interdisziplinären Projektarbeit die Wirkkraft von Farben untersucht – zu meiner grossen Freude, natürlich!
Herzliche Gratulation zur grossartigen Arbeit, die mit einer 6 abgeschlossen wurde!

Ein Ausschnitt aus dem Interview (etwas abegeändert, meine Texte für diesen Beitrag) gibt Einblick in die Farbberatung und den Einflluss von Farben auf Softskills.
(Die Maturaarbeit von Jael Schütz und Lea Meyer ist untenan verlinkt.)

Jael Schütz:
Hast du eine Lieblings-Kleiderfarbe?
Tanja Wiget:
Ich mag Brauntöne, Grau, Schwarz und Grün. Auch Rottöne und Gelb mischen meine Garderobe auf.
Jael Schütz:
Wenn du diese Farben auswählst, achtest du darauf, welche Wirkung sie haben oder in der Theorie haben könnten?
Tanja Wiget:
Ja, unbedingt. Für mich, in meinem Beruf, ist die Wirkkraft von Kleidung eigentlich täglich ein Thema.
Farbe ist einerseits Stimmungssache, andererseits spielt die Verbindung zum Aussen eine Rolle. Wie wir Farben tragen in Kombination ist im Stil zudem match entscheidend. Die Stellung der Farben zueinander ist in der Farbenlehre ein grosses Thema. Sie verändert die Wirkkraft der Gesamterscheinung. Kombinationen haben auch individuellen Charakter; zum einen passen diese, zum anderen jene Farbnuancen und Kombinationen.
Und der persönliche Geschmack ist Voraussetzung für die Anwendung. Es gibt zig Nuancen von Rot, weshalb man nicht einfach sagen kann, dass einem Rot steht oder gefällt.
Innhalb einer Farbberatung oder Farbtypanalyse, wie sich diese nennen, sieht man, welche Nuancen einem stehen, das Gesicht optimal ausleuchten, den Hautton frisch und gesund erscheinen lassen oder einem fahler, älter, müder aussehen lassen, z.B. Dann ist der Zeitpunkt da, zu überlegen, ob und wie man die Farbe am besten trägt.
Farben sind auch stilverstärkendes Merkmal. Sie können die Stilanteile der Person akzentuieren.
Schwarz ist sowohl populär wie subversiv, kann unauffällig sein wie Protest auslösen, ist immer elegant und individuell, kann zu gewissen Farbtypen aber zu kantig und zu dominant wirken.
Dior hat einmal gesagt, Schwarz ist beides; Einfachhat und Vornehmheit zugleich.
Jael Schütz:
Du bietest auch Beratungen für die Entwicklung der Eigenmarke an. Welche Rolle spielt die Farbe
dabei? Schaust du mit den Kunden, welche Farben sie am besten tragen sollten, um ihre Eigenmarke zu stärken?
Tanja Wiget:
Innerhalb einer Farbtypberatung eruieren wir den persönlichen Farbtyp und welche Farben optimal zum Gesicht und zur Persönlichkeit passen. Der Farbcharakter, die Sättigung der Farben, ihre Helligkeit und die Tonigkeit spielen hinein; die Nuance ist entscheidend. Optimale Farben korrelieren mit dem Hautunterton. Das hat auch medizinische Relevanz. Das Blutgefässsystem  das unser Gewebe durchzieht macht zusammen mit dem jweiligen Melaninanteil den Hautunterton.
Mit diesem arbeite ich, um zu schauen, wie die Farben direkt aufs Gesicht wirken. Ziel ist, die optimalen Farben zu finden, die das Gesicht auch ohne Anwendung von Make-up und Veränderung des Natürlichen zum Strahlen bringen.
Farbkombinationen korrespondieren mit der Persönlichkeit und ihrem Stiltyp auch. Eine Eigenmarke, die ich mit der Person zusammen herausarbeite, ist dann eine Art persönlicher Farbfingerprint. Immer wieder spannend in jeder Farbberatung, dass sich dieser von der einen zur anderen Person unterscheidet.
Mit diversen Farbtuchen im Atelier lassen sich Farbnuancen miteinander vergleichen. Manchmal haben wir ein gemeinsames Gefühl, dass eine bestimmte Farbe wunderbar zum Gesicht, zum eigenen Farbkolorit und zu den eigenen persönlichen Merkmalen passt. Das würde ich als Anfang einer Eigenmarke bezeichnen, weil darauf die entsprechenden Kombinationen aufgebaut werden.
Die Stellung der Farben zueinander, kann z.B. ein warmes Beige mit einer roten Nuance an einer
Person klassisch-feminin und passend wirken lassen. An einer nächsten Person wirkt ein warmtoniges Beige im Zusammenspiel mit Eisviolett viel besser. Durch das Festlegen und teilweise auch Reduzieren der Möglichkeiten, wird die Anwendung in der Bekleidung funktionaler, praktikabler. Und immer wieder werden auch neue Farbtöne entdeckt, wird das Ganze in ein persönliches Farbkonzept überführt.
Durch den Vergleich vieler Farbnuancen vor dem Spiegel hat man eine einmalige Gelegenheit, dieses Konzept an sich zu erarbeiten, ein Beginn einer Eigenmarke also und eine Richtschnur fürs Zusammenstellen der Garderobe. Keine noch so intelligente Recherche online kann diese Probe vor Ort ersetzen.
Vielleicht macht man auch mal einen Exkurs, hat Lust auf eine Farbe ausserhalb, probiert bewusst etwas anderes aus. Ich bin nicht die Farbberatung, die ein Diktat vorgibt, sondern an den bewussten Umgang mit persönlichen Farben im Zusammenspiel mit den Körper eigenen Merkmalen und der Persönlichkeit heranführt .
Farbe ist manchmal auch stilverstärkendes Merkmal einer Lebensphase. Zwischen 20 und 30 kann
sich viel verändern, vielleicht mehr als zwischen 50 und 60. Es gibt Basisfarben wie Weiss oder Schwarz, die im Vordergrund stehen in bestimmten Phasen. Das wechselt irgendwann, ohne dass man es erwartet hätte auf Buntfarben. Ich hätte das bei mir selbst nicht geglaubt. Plötzlich ziehen buntere Bekleidungsteile in den Schrank oder in die Wohnung ein. Das ist dann auch wieder ein Teil einer Eigenmarke, die sich im Laufe des Lebens verändern darf.
Jael Schütz:
Gibt es bei verschiedenen Altersgruppen typische Farbpräferenzen?
Tanja Wiget:
Ja, es gibt definitv favorisierte Farben in den Altersgruppen. Schon bei Kindern ist das so: Rosa und Blautöne, Bunttöne stehen im Vordergrund. Die Statistik zeigt Korrelationen zwischen Alter und Farbvorlieben. Schwarz kommt oft in der Pubertät ins Spiel. Vorlieben hängen wiederum mit persönlichen Erfahrungen und Assoziationen zusammen. Und Farbvorlieben haben auch einen kulturellen Hintergrund.
Jael Schütz:
Betreffend dem, was du gerade über Rosa, Blau und die Geschlechtsassoziationen gesagt hast: Hast du das Gefühl, dass es anders wirkt, wenn zum Beispiel ein Mann ein rosafarbenes T-Shirt trägt, als
eine Frau? Hat die Farbe eine andere Wirkung, weil sie typischerweise nicht mit dem Geschlecht des bzw. der Träger:in assoziiert wird?
Tanja Wiget:
Was die Geschlechter z.B. betrifft, kann sich die Konnotation der Farben und wie wir sie allgemein wahrnehmen und interpretieren mit der Zeit auch verändern. Vor 100 Jahren haben Buben Rosa getragen, Mädchen Hellblau. Warum die US First Lady oder unsere Bundesrätin in der einen oder anderen Farbe auftreten hat auch gesellschaftspolitische Gründe und einen Impact auf Ihre Ansprachen. Die Wirkkraft einer Farbe wird oft unterschätzt.
Eine Kundin meinte einmal, ihrer Männer dominierten Geschäftsleitung vorgeschlagen zu haben, das oberste Sitzungszimmer, wo die schwierigen Gespräche stattfinden, rosarot zu streichen ;-). Rosarot ist eine sanfte Farbe mit beruhigender Wirkung. Sie wird nicht umsonst in Gefängniszellen angewendet. Wir bringen sie oft mit Zärtlichkeit, Sanftmut und Dezenz in Verbindung, was wir (aber vielleicht zu Unrecht?) mit eher weiblichen Eigenschaften in Verbindung bringen…
Wenn man sich im Plenum oder in einer politischen Partei durchsetzen muss, ist es – weder für Frau noch für Mann – die Farbe, die man anziehen sollte.
Aber.. an gewissen Männern wirkt die Farbe Rosa anmutig, sehr passend zum Farbtyp, weshalb man keinesfalls rein über die Konnotation der Farbe, Geschlechter spezifische Urteile für in die Anwendung von Kleidung fällen sollte, sondern eher überlegen, zu welchen Anlässen man die Farbe tragen sollte.
Jael Schütz:
Sollte man auch auf die Sättigung der Farbe achten?
Tanja Wiget:
Genau. Die Sättigung spielt eine Rolle. Man kann mit gewissen Farbnuancen dezenter wirken, in anderen neutraler, durchsetzungsfähiger und vieles mehr.
Ein verblasst gelber Fussgängerstreifen hat nicht dieselbe Wirkkraft wie ein frisch gestrichener, leuchtender.
Jael Schütz:
Gibt es einen Unterschied, wenn man kalte oder warme Farben trägt? Dass man auch kälter oder
wärmer wirkt?
Tanja Wiget:
Das ist manchmal eine Frage der persönlichen Wahrnehmung und womit wir die Farben in Verbindung bringen. Die alleinige Einteilung in die Wirkung kühl und warm ist für die Anwendung in Bekleidung zu einfach gehalten. Das Potenzial liegt eben gerade in den Kombinationen, also in der Stellung der Farben zueinander. Die Frage geht weiter in die Richtung wie man z.B. eine kühlere Wirkung kompensieren, die Spannung erhöhen oder sie verstärken kann und wie man die Kombinationen schliesslich ästhetisch smart zusammenstellen kann. Darin liegt das grosse Potenzial der individuellen Farbberatung.

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Farbberatung Zürich

 

Farbberatung Zürich
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